Ich bin Mieter: Was kann ich tun?
Kurz gesagt: Die Förderung für eine neue Heizung beantragt der Eigentümer, nicht der Mieter. Sie können aber selbst etwas tun: ein Balkonkraftwerk aufhängen, Ihren Stromtarif prüfen und mit dem Vermieter sprechen. Und Sie sind geschützt: Nach einer neuen Heizung darf die Miete nur begrenzt steigen.
Quelle: KfW: Heizungsförderung für Privatpersonen, Wohngebäude (Zuschuss Nr. 458) (Konditionen gültig für Anträge ab 21.07.2026); BGB § 554 (Steckersolargeräte in der Mietwohnung), gesetze-im-internet.de (geltende Fassung); BGB § 559e (Mieterhöhung nach Einbau einer Heizung), gesetze-im-internet.de (geltende Fassung) · geprüft am 23.10.2026
Rechenbeispiel: neue Heizung in einer Mietwohnung
Familie Beispiel wohnt zur Miete auf 80 m². Der Vermieter baut eine neue Heizung ein, zum Beispiel eine Wärmepumpe. Wie stark darf die Miete dafür steigen?
Höchstgrenze für die Mieterhöhung wegen der Heizung
| Posten | Wert |
|---|---|
| Wohnfläche | 80 m² |
| Grenze für die Heizung | 0,50 € je m² und Monat |
| Mieterhöhung höchstens im Monat | 40 € |
| Mieterhöhung höchstens im Jahr | 480 € |
| Diese Grenze gilt für | 6 Jahre |
Die Grenze von 0,50 € gilt nur für die Heizung. Für alle Modernisierungen zusammen darf die Miete in 6 Jahren um höchstens 3 € je m² steigen. Liegt die Miete unter 7 € je m², sind es höchstens 2 €. Erhöhungen auf die ortsübliche Vergleichsmiete und bei den Nebenkosten zählen nicht dazu.
Annahme für das Beispiel: 80 m² Wohnfläche. Die Grenzen stehen so im Gesetz. Ihr Betrag hängt von Ihrer Wohnfläche ab.
Quelle: BGB § 559 (Mieterhöhung nach Modernisierung), gesetze-im-internet.de (geltende Fassung); BGB § 559e (Mieterhöhung nach Einbau einer Heizung), gesetze-im-internet.de (geltende Fassung); BGB § 559f (Mieterhöhung nach Einbau einer Wärmepumpe), gesetze-im-internet.de (geltende Fassung) · geprüft am 24.10.2026
Was Sie selbst tun können
- Balkonkraftwerk: Ein kleines Solargerät für den Balkon, das Sie in die Steckdose stecken. Seit Oktober 2024 haben Mieter laut Gesetz einen Anspruch darauf, dass der Vermieter es erlaubt. Er darf nur ablehnen, wenn es ihm nicht zuzumuten ist. Die einfachen Regeln gelten bis 800 VA Wechselrichter-Leistung und 2.000 Wp Modulleistung. Sie müssen es im Marktstammdatenregister eintragen. Was Ihr Gerät bringt, rechnet der Balkonkraftwerk-Rechner aus. Manche Städte zahlen sogar einen Zuschuss, siehe Förder-Atlas.
- Stromtarif prüfen: Ein Vergleich dauert nur wenige Minuten. So gehen Sie vor: Stromtarif vergleichen.
- Heizkostenabrechnung lesen: Darin steht, wie viel CO2-Kosten Sie zahlen und wie sie aufgeteilt sind.
Quelle: BGB § 554 (Steckersolargeräte in der Mietwohnung), gesetze-im-internet.de (geltende Fassung); Bundesnetzagentur: Balkon-Solaranlagen (FAQ-Volltext abgerufen 13.10.2026 (BNetzA-FAQ zuletzt aktualisiert 21.02.2025)); Verbraucherzentrale: FAQ zu Steckersolar-Geräten (online, abgerufen 24.10.2026) · geprüft am 23.10.2026
So sprechen Sie mit dem Vermieter
- Schriftlich fragen: Schreiben Sie eine kurze E-Mail oder einen Brief. Nennen Sie das Gerät, den Ort (zum Beispiel Balkongeländer) und wie es befestigt wird.
- Sicherheit anbieten: Bieten Sie an, eine Haftpflichtversicherung nachzuweisen. Der Vermieter darf laut Gesetz auch eine Sicherheit verlangen, zum Beispiel eine Kaution für den Rückbau.
- Heizung ansprechen: Fragen Sie, ob ein Heizungstausch geplant ist. Weisen Sie freundlich darauf hin, dass der Eigentümer dafür KfW-Förderung bekommen kann. Für vermietete Häuser gibt es laut KfW die Grundförderung von 30 %. Die Seite BAFA oder KfW erklärt, wer was fördert.
Quelle: BGB § 554 (Steckersolargeräte in der Mietwohnung), gesetze-im-internet.de (geltende Fassung); KfW: Heizungsförderung für Privatpersonen, Wohngebäude (Zuschuss Nr. 458) (Konditionen gültig für Anträge ab 21.07.2026) · geprüft am 23.10.2026
Ihr Schutz bei einer neuen Heizung
- Modernisierungsumlage: So heißt der Teil der Kosten, den der Vermieter auf die Miete legen darf. Normal sind 8 % der Kosten pro Jahr. Bekommt er Fördergeld für die Heizung, darf er 10 % der Kosten im Jahr umlegen. Das Fördergeld zieht er vorher ab.
- Wärmepumpe muss gut laufen: Die volle Umlage gibt es nur mit Nachweis einer Jahresarbeitszahl von mindestens 2,50. Ohne Nachweis darf der Vermieter nur die Hälfte der Kosten ansetzen. Ausnahmen gibt es zum Beispiel für Häuser nach 1996 oder wenn das Heizwasser höchstens 55 °C warm sein muss (Vorlauftemperatur).
- Härtefall: Wäre die Mieterhöhung für Sie eine unzumutbare Härte, kann sie ausgeschlossen sein. Das müssen Sie rechtzeitig nach der Ankündigung mitteilen. Lassen Sie sich dafür beraten, zum Beispiel beim Mieterverein oder bei einer Beratungsstelle für Verbraucher.
Quelle: BGB § 559 (Mieterhöhung nach Modernisierung), gesetze-im-internet.de (geltende Fassung); BGB § 559e (Mieterhöhung nach Einbau einer Heizung), gesetze-im-internet.de (geltende Fassung); BGB § 559f (Mieterhöhung nach Einbau einer Wärmepumpe), gesetze-im-internet.de (geltende Fassung) · geprüft am 24.10.2026
Wer zahlt die CO2-Kosten?
Auf Gas und Heizöl gibt es einen CO2-Preis. Wie viel davon Sie zahlen, hängt davon ab, wie viel CO2 Ihr Haus pro Quadratmeter ausstößt. Je schlechter das Haus, desto mehr zahlt der Vermieter:
| CO2 pro m² und Jahr | Anteil Mieter | Anteil Vermieter |
|---|---|---|
| unter 12 kg | 100 % | 0 % |
| 12 bis unter 17 kg | 90 % | 10 % |
| 17 bis unter 22 kg | 80 % | 20 % |
| 22 bis unter 27 kg | 70 % | 30 % |
| 27 bis unter 32 kg | 60 % | 40 % |
| 32 bis unter 37 kg | 50 % | 50 % |
| 37 bis unter 42 kg | 40 % | 60 % |
| 42 bis unter 47 kg | 30 % | 70 % |
| 47 bis unter 52 kg | 20 % | 80 % |
| ab 52 kg | 5 % | 95 % |
Baut der Vermieter nach dem neuen Gesetz eine neue Gas- oder Ölheizung ein, teilen Sie sich ab 01.01.2028 die Gebühren für das Gasnetz (Netzentgelte) und die CO2-Kosten zur Hälfte. Ab 01.01.2029 bis 31.12.2039 gilt das auch für den Preis der Bio-Brennstoffe, höchstens für 30 % des Brennstoffs. Mehr zum neuen Gesetz: Heizungsgesetz einfach erklärt.
Quelle: Kohlendioxidkostenaufteilungsgesetz (CO2KostAufG), Anlage: Stufenmodell, gesetze-im-internet.de (geltende Fassung); GEG-Infoportal des Bundes (BBSR): Neuregelungen mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) (Änderungsgesetz BGBl. 2026 I Nr. 226 vom 28.07.2026) · geprüft am 24.10.2026
Häufige Fragen für Mieter
Kann ich als Mieter die KfW-Förderung für eine Wärmepumpe beantragen?
Nein. Laut KfW dürfen nur Eigentümer den Antrag stellen. Privatpersonen, denen das Haus nicht gehört, sind nicht antragsberechtigt. Klimabonus und Einkommensbonus gibt es nur, wenn der Eigentümer selbst im Haus wohnt.
Darf ich ein Balkonkraftwerk aufhängen?
Ja, in den meisten Fällen. Seit Oktober 2024 können Sie laut Gesetz verlangen, dass Ihr Vermieter es erlaubt. Er darf nur ablehnen, wenn es ihm nicht zuzumuten ist. Fragen Sie trotzdem vorher schriftlich. Die einfachen Regeln gelten für Geräte bis 800 VA Wechselrichter-Leistung und 2.000 Wp Modulleistung.
Um wie viel darf die Miete nach einer neuen Heizung steigen?
Für die Heizung höchstens um 0,50 € pro Quadratmeter und Monat, und das innerhalb von 6 Jahren. Bei 80 m² sind das höchstens 40 € im Monat.
Muss der Vermieter Förderung abziehen?
Ja. Bekommt er Fördergeld, darf er nur 10 % der Kosten im Jahr auf die Miete umlegen. Das Fördergeld zieht er vorher ab.
Was ist, wenn die Wärmepumpe schlecht läuft?
Der Vermieter muss nachweisen, dass die Jahresarbeitszahl mindestens 2,50 beträgt. Die Jahresarbeitszahl sagt, wie viel Wärme aus einer Kilowattstunde Strom wird. Ohne Nachweis darf er nur die Hälfte der Kosten ansetzen. Für neuere oder gut gedämmte Häuser gibt es Ausnahmen.
Wer zahlt den CO2-Preis für meine Heizung?
Das regelt ein eigenes Gesetz (CO2-Kostenaufteilungsgesetz) in 10 Stufen. Je schlechter das Haus gedämmt ist, desto mehr zahlt der Vermieter. Den Wert finden Sie in Ihrer Heizkostenabrechnung.
Der Vermieter baut eine neue Gasheizung ein. Was bedeutet das für mich?
Laut neuem Gesetz teilen sich Mieter und Vermieter ab 01.01.2028 die Gebühren für das Gasnetz (Netzentgelte) und die CO2-Kosten zur Hälfte. Ab 01.01.2029 bis 31.12.2039 gilt das auch für den Mehrpreis der Bio-Brennstoffe, höchstens für 30 % des Brennstoffs.
Quelle: BGB § 559 (Mieterhöhung nach Modernisierung), gesetze-im-internet.de (geltende Fassung); BGB § 559e (Mieterhöhung nach Einbau einer Heizung), gesetze-im-internet.de (geltende Fassung); BGB § 559f (Mieterhöhung nach Einbau einer Wärmepumpe), gesetze-im-internet.de (geltende Fassung); BGB § 554 (Steckersolargeräte in der Mietwohnung), gesetze-im-internet.de (geltende Fassung); Kohlendioxidkostenaufteilungsgesetz (CO2KostAufG), Anlage: Stufenmodell, gesetze-im-internet.de (geltende Fassung); GEG-Infoportal des Bundes (BBSR): Neuregelungen mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) (Änderungsgesetz BGBl. 2026 I Nr. 226 vom 28.07.2026); KfW: Heizungsförderung für Privatpersonen, Wohngebäude (Zuschuss Nr. 458) (Konditionen gültig für Anträge ab 21.07.2026) · geprüft am 23.10.2026
Hinweis: Diese Seite erklärt das Mietrecht und die Förderregeln in einfachen Worten. Sie ist keine Rechts- oder Steuerberatung. Maßgeblich sind Gesetzestext, Merkblatt, Richtlinie und Ihre Zusage. Fragen Sie im Zweifel bei der Verbraucherzentrale, einem Energieberater oder einem Fachanwalt nach.
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